Realschule Vohwinkel

Das schwebende Klassenzimmer auf youtube:

auf der Seite "BAHNAKTUELL":

- Teil 1

- Teil 2

später dann hier auch auf unserem eigenen youtube-Kanal...

Das schwebende Klassenzimmer im Fernsehen:

Sat1: Alte Schwebebahn als Klassenzimmer

WDR: Lokalzeit Bergisch Land

Das schwebende Klassenzimmer im Radio:

Radio Wuppertal

Von Eike Birkmeier

Ein letztes Mal schwebt sie noch. An acht Stahlketten befestigt, erhebt sich das Vorderteil von Wagen 24 langsam vom Tieflader in die Luft. Kranführer Waldemar Kissner steuert seine wertvolle Fracht vorsichtig über das Gebäude der Realschule Vohwinkel. Dahinter soll die Schwebebahn im Schulgarten an der Blücherstraße dauerhaft eine Heimat finden. Auf den vier dafür vorgesehenen Gerüstteilen des Betonfundaments muss sie genau aufliegen. Jetzt ist Maßarbeit gefragt. Unter den Argusaugen der zuständigen Mitarbeiter wird das Wagenteil bei ständigem Funkkontakt vom 100 Tonnen schweren und auf 54 Meter ausgefahrenem Spezialkran abgesenkt.

„Es kommt auf jeden Millimeter an“, erklärt Darius Wystup vom Wuppertaler Metallbetrieb Dawy. Ihm ist die Anspannung an diesem Vormittag deutlich anzusehen. Immer wieder misst er akribisch nach und korrigiert zusammen mit seinen Kollegen die Lage des vorderen Wagens. Als dieser endlich sicher im Gerüst verankert ist, können alle Beteiligten vorerst aufatmen. Der Einsatz ist allerdings längst noch nicht beendet und der Kran befördert bereits das nächste Schwebebahnteil mit einem Gewicht von rund fünf Tonnen über das Dach.

Die Anordnung ist eine Herausforderung

Eine zusätzliche Herausforderung ist die L-förmige Anordnung der Schwebebahn am Boden. Daher wird das Mittelstück mit seiner ziehharmonikaartigen Faltenbälge erst zum Schluss eingepasst. Schließlich steht das Wuppertaler Wahrzeichen in seiner ganzen Pracht im Schulgarten. Entsprechend groß ist die Erleichterung. „Ich war ganz schön aufgeregt, aber wir haben ein super Team“, freut sich Darius Wystup.Auch Schulleiter Burkhard Eichhorn strahlt über das ganze Gesicht. „Wir sind überglücklich, dass unser Traum vom schwebenden Klassenzimmer endlich Wirklichkeit geworden ist“, erzählt er. Schon am frühen Donnerstagmorgen herrschte auf dem Schulgelände Hochbetrieb.

Zunächst mussten die acht Quadratmeter großen Lastverteilplatten für den Kran aufgestellt werden. Sie sorgen für einen Ausgleich des Gewichts. „Der Stützdruck kann bis zu 64 Tonnen betragen“, sagt Projektleiter Ringo Kiesling. Daher sei eine genaue Vorbereitung alles. Berücksichtigt wurden auch die Hohlräume unter dem Schulhof. Diese waren durch Kalksteinauswaschungen entstanden. Im letzten Jahr wurde der Boden ausgeschachtet und mit massiven Stahlbetonplatten verstärkt. So konnten die tonnenschweren Fahrzeuge sicher manövrieren.

Gegen 9.30 Uhr trafen sie mit den sehnlichst erwarteten Schwebebahnteilen an der Blücherstraße ein. Bei der rückwärtigen Einfahrt der 15 Meter langen Anhänger wurde es eng. Hier half die moderne Technik nach. „Die Auflieger lassen sich zusätzlich hydraulisch mit einer Fernbedienung steuern“, erläutert Ringo Kiesling. Kurze Zeit später hing dann Wagenteil A am Haken des Krans.

Die Schüler sind stolz auf die Schwebebahn auf dem Schulhof

Für die Schüler der Realschule bot die spektakuläre Aktion natürlich einen spannender Anblick. „Wir sind stolz darauf, dass wir jetzt als einzige Schule eine Schwebebahn haben“, sagt der 14-Jährige Jamal. Möglich gemacht hat das ein breites Bündnis aus engagierten Lehren, Eltern, Schülern und rund 30 Sponsoren. Über mehrere Jahre hinweg haben sie an ihrer Vision gearbeitet. „Das ist heute der krönende Abschluss unserer Arbeit“, sagt Vater Stefan Schellin. „Wir hatten die tollkühne Fantasie, das bekannteste Symbol unserer Stadt zum Unterrichtsraum zu machen“, berichtet Burkhard Eichhorn von den Anfängen des Schwebebahnprojekts. Jetzt steht der Umsetzung nichts mehr im Weg. Ein Schwerpunkt der Nutzung soll die Erforschung der Schwebebahntechnik werden. Hierzu sind Erkundungen und Ausstellungen vorgesehen. Um den Wagen herum soll außerdem der Schulgarten erneuert werden. Dazu ist ein entsprechender Naturkundeunterricht in der Schwebebahn geplant.

Alle 14 Bilder von Andreas Fischer für die WZ

WZ vom 11.02.2019...
Von Eike Birkmeier

An diesem Morgen ist Muskelkraft gefragt. Acht Mitarbeiter schieben das noch auf den Schienen liegende Vorderteil des Wagens 24 in Richtung des großen Rolltors im Boden. Durch den über 15 Meter langen und vier Meter breiten Schacht soll es an Spezialkränen nach unten transportiert werden. Für die Demontage der einzelnen Wagenteile war im Vorfeld das Trennen der elektrischen Leitungen notwendig. Das Fahrgestell führt jetzt keinen Strom mehr. Daher muss kräftig angepackt werden, um das 12 Tonnen schwere A-Teil über das Rolltor zu bekommen.

Am Samstagmorgen um kurz nach 7 Uhr herrscht in der Vohwinkeler Schwebebahnwerkstatt bereits Hochbetrieb. Während das Stadtteilzentrum noch im Dunkeln liegt, wird in den großen Hallen der Abtransport der alten Schwebebahnen vorbereitet. Gleich zwei Wagen sollen in den kommenden Tagen einen neuen Besitzer bekommen. Dazu gehört die Realschule Vohwinkel, wo Schüler, Lehrer und Eltern schon lange sehnsüchtig auf das Wuppertaler Wahrzeichen warten. Für die zuständigen WSW-Mitarbeiter bedeutet die Auslieferung viel Arbeit und eine Sonderschicht am Wochenende. Auch wenn die Schwebebahn derzeit nicht fährt, gibt es einiges zu tun.

„Allein für ein Wagenteil brauchen wir in der Regel einen ganzen Tag“, erklärt Torsten Schröder. Er ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Geschäft und kennt die Abläufe beim Abnehmen der Wagen von der Schiene genau. Das sogenannte „Abgleisen“ ist auch bei der alle sieben Jahre stattfindenden Hauptuntersuchung notwendig. Vorher müssen Innenverkleidung, Decke und die ziehharmonikaartige Außenfaltenbälge mit Mittelteil des Wagens entfernt werden. Anschließend stehen der Ausbau der Batterien und das Trennen der Leitungen an.

Am 21. Februar wird die Bahn
in der Realschule aufgebaut

Dafür ist Andreas Kube zuständig, der bei fast 60 Kabelsträngen die Übersicht behalten muss. „Die Erfahrung hilft“, sagt Kube. Er ist seit 1992 für die Stadtwerke tätig und ebenfalls bestens mit allen Abläufen rund um die Schwebebahn vertraut. Nachdem sich die Klappe im Boden geöffnet hat – es handelt sich um eines der größten begehbaren Rolltore überhaupt — wird es spannend. Das A-Teil muss in die richtige Position gebracht werden, damit es beim Herunterlassen nicht aneckt und dadurch Schäden entstehen.

Zwischen dem Blech der Türmechanik und dem Schacht wird es richtig eng. „Ein kritischer Punkt ist auch das Risiko, dass die Achslager am Schienenträger hängenbleiben können“, erläutert Torsten Schröder. Daher ist Maßarbeit gefragt. Bevor die Kräne das Fahrgestell anheben, wird das Schwebebahnteil mit Gewichten in die richtige Position gebracht. Was zunächst nach einer Schieflage aussieht, begradigt sich, wenn die Bahn frei in der Luft hängt.

Danach beginnt die knifflige Fahrt nach unten. Langsam senkt sich der Wagen, während laute Kommandos durch die Wagenhalle schallen. Jetzt kommt es auf jeden Zentimeter an. Um möglichst präzise steuern zu können, sind die Kräne einzeln und parallel bedienbar. Schließlich kommt die Schwebebahn ohne Zwischenfälle ein Stockwerk tiefer an und wird auf einer Lore gelagert. Alle Beteiligten atmen erleichtert auf. Auch wenn vieles Routine ist, bleibt bei ihnen doch ein Kribbeln im Magen. „Es ist eben etwas ganz Besonderes, mit einem Fahrzeug zu arbeiten, dass es nur einmal auf der ganzen Welt gibt“, sagt Torsten Schröder.

Die Arbeit von ihm und seinen Kollegen ist aber noch längst nicht beendet. Jetzt geht es an die Demontage der Fahrgestelle und auch dabei gibt es einiges zu beachten. Vorsicht gilt etwa bei der durch die Mechanik auf starker Spannung gehaltenen Feder. Diese gleicht bei der Fahrt ähnlich wie ein Stoßdämpfer Unebenheiten aus und kann bei unsachgemäßer Behandlung schnell ein Eigenleben führen. Wenn alles fertig ist, werden die drei Teile der Schwebebahn auf Tieflader verfrachtet und treten ihren Weg zum Zielort an. Bis zum Sommer werden noch zehn der 25 alten Wagen ausgeliefert.

An der Realschule Vohwinkel wird die Bahn am 21. Februar in den frühen Morgenstunden ankommen. Die Wagenteile sollen mit zwei Spezialkränen im Schulgarten an der Blücherstraße einschweben. Unter anderem entstand ein Fundament mit einem Stahlgerüst, auf dem die Waggons an vier Stellen aufliegen. Für die komplexe Umsetzung wurde die Schule unter anderem von einem Architekt, einem Baustatiker und einem Landschaftsbauunternehmen unterstützt.

Das knapp zweijährige Warten hat ein Ende. Die Realschule Vohwinkel bekommt endlich ihre von den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) zugesagte Schwebebahn. Stichtag ist der 21. Februar. In den Morgenstunden soll ein Zug der alten Wagengeneration mit einem Spezialkran im Schulgarten an der Blücherstraße einschweben. Bei allen Beteiligten ist die Freude groß. „Das wird ein riesiges Spektakel“, verspricht Schulleiter Burkhard Eichhorn.

Die technisch aufwendige Ankunft des Wuppertaler Wahrzeichens soll mit einem Willkommensfest verbunden werden. Schließlich gibt es viel zu feiern. Künftig wird die Realschule Vohwinkel als einzige Schule überhaupt eine Schwebebahn als Klassenzimmer haben. „Darauf sind wir natürlich sehr stolz“, betont Eichhorn. Durch den Standort im Schulgarten ist im Wagen unter anderem Naturkundeunterricht geplant. Auch technische Fächer am Beispiel der Entwicklung des besonderen Verkehrsmittels kann sich die Schulleitung gut vorstellen. Vielleicht gibt es zum Auftakt auch eine Ausstellung über die lange Vorgeschichte des Schwebebahnprojekts.

Stoff dafür ist reichlich vorhanden. Bereits Ende 2015 beteiligte sich die Realschule mit großem Engagement beim WSW-Wettbewerb, in dessen Verlauf mehrere alte Wagen verschenkt wurden. Bei der Abstimmung hatte die Blücherstraße dann aber knapp hinter dem betreuten Spielplatz Sternpunkt das Nachsehen. Ihren Traum vom „schwebendem Klassenzimmer“ wollten Schüler, Lehrer und Eltern aber nicht einfach aufgeben. Sie arbeiteten unermüdlich an ihrer Vision, die durch die Beteiligung zahlreicher Unterstützer und Sponsoren schließlich in greifbare Nähe rückte.

Das Schwebebahn-Projekt kostet rund 20 000 Euro:

Unter anderem entstand ein Fundament mit einem Stahlgerüst, auf dem die Waggons an vier Stellen aufliegen werden. An der professionellen Ausführung waren unter anderem ein Architekt, ein Baustatiker und ein Landschaftsbauunternehmen beteiligt. Die Helfer stellten ihre Arbeitskraft zu günstigen Konditionen oder ganz umsonst zur Verfügung. Der gesamte Finanzbedarf für die Schwebebahn inklusive Umbauten und Anlieferung konnte so auf rund 20 000 Euro gedrückt werden.

Dann hieß es aber erstmal warten. Ursprünglich sollte die Schwebebahn schon im Mai 2017 in der Blücherstraße ankommen. Doch aufgrund von Nachbesserungen bei den neuen Schwebebahnen konnte der Termin nicht eingehalten werden und verzögerte sich durch den längeren Einsatz der alten Fahrzeuge immer weiter. Als auch noch der Unfall mit der Stromschiene und der damit verbundene lange Stillstand des Wuppertaler Wahrzeichens hinzukamen, schwanden die Hoffnungen der Schwebebahnfans noch weiter. „Umso mehr freuen wir uns darüber, dass es jetzt doch endlich geklappt hat“, betont Burkhard Eichhorn. Er bedankt sich bei allen Sponsoren und Unterstützern für ihre Geduld.

Auch die Schüler fiebern auf das große Ereignis hin. „Es wird super, Unterricht in der Schwebebahn zu haben“, sagt Fabienne (11). Den entsprechenden Innenausbau übernimmt die Vohwinkeler Signalwerkstatt, mit der die Realschule schon länger eine Kooperation hat. Für die Nutzung werden eine neue Elektrik und eine moderne Heizungsanlage in die Schwebebahn eingebaut. Außerdem ist eine gegenüberliegende Anordnung der Sitzreihen vorgesehen. „Im hinteren Bereich wird es Präsentationsmöglichkeiten geben“, erklärt Burhard Eichhorn das Konzept.

Angesichts der anstehenden Sanierung des Altbaus der Realschule hat die Schwebebahn als zusätzlicher Unterrichtsraum eine wichtige Funktion. Mit der Anlieferung kann auch die ebenfalls lange geplante Umgestaltung des Schulgartens erfolgen. „Vorher hätte das keinen Sinn ergeben“, sagt Eichhorn. Die entsprechenden Arbeiten sollen im Frühsommer starten. Dann ist die Schwebebahn hoffentlich schon fester Bestandteil der Unterrichtsplanung

Info:

Sanierung der Realschule Vohwinkel

Umbau Bei der Schulsanierung geht es um eine aufwendige Erneuerung des Hauptgebäudes aus den 50er Jahren. Der Umbau umfasst dort die komplette Elektro- und Brandmeldeanlage. Außerdem muss das Gebäude energetisch auf einem modernen Stand gebracht werden. Bei der Dachkonstruktion und den sanitären Anlagen besteht ebenfalls Handlungsbedarf. Die konkrete Planungsphase beginnt in diesem Jahr, die Bauphase voraussichtlich Anfang 2020. Das Gebäudemanagement rechnet mit einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren. Für das Großprojekt sind Fördermittel aus dem Bundesinvestitionsprogramm in Höhe von fünf Millionen Euro vorgesehen. Weitere Mittel kommen aus dem Wirtschaftsplan des Gebäudemanagements.

Das schwebende Klassenzimmer kommt.

Was lange wärt, wird endlich gut. Am 21.02.2019 ist es soweit.

Das schwebende Klassenzimmer

ist einmalig auf der Welt.

Es gibt zwar noch mehr Schwebebahnen in Wuppertal. Am Gerüst und in Betrieb. Und im Stadtbild verteilt. Bei Sportvereinen, im Helios oder bei unseren Freunden vom Sternpunkt, dem Kindertisch in Dasnöckel.

Wir haben eine gekauft und sind damit die einzige Schule auf diesem und anderen Planeten, die eine Schwebebahn im Schulgarten haben wird!!

Die Geschichte? Im Blog.

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